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Trouble am HHLA-Burchardkai

Man muss es zweimal lesen, um es einmal zu glauben, und das "Hamburger Abendblatt", eher friedlich angelegt, bewog das, was es einer geheimen Analyse entnahm, zu der knalligen Schlagzeile "Anarchie am Burchardkai".

Es geht um den Container-Terminal Burchardkai der Hamburger Hafen und Logistik AG. Die HHLA hatte die Quickborner Unternehmensberatung Metaplan engagiert, um die Probleme ihres Umschlagplatzes zu durchblicken. Das Resultat wurde dem Vorstand nach zweijährigen Ermittlungen am 29. Februar 2016 vorgelegt - ein Bild wie aus dem Mittelalter.

  • Der Terminal war viele Jahre sich selbst und den Beschäftigten überlassen.
  • Die Beschäftigten haben die Organisationszwecke und Organisationsziele selbst definiert.
  • Die Beschäftigten hatten den Terminal so organisiert, dass entweder das individuelle Einkommen oder ihre Freizeit maximiert wurden.
  • Für viele Arbeitnehmer seien unternehmerische Ziele wie Containerumschlag, Gewinn und Beschäftigungssicherheit nachgeordnet.

Metaplan fasst die Situation so zusammen: Das Organisationskonzept am Terminal ist mangelhaft.

Dazu jetzt HHLA-Vorstand und Arbeitsdirektor Heinz Brandt: "Es hat Fehler auf allen Führungsebenen gegeben, wir haben daraus die Konsequenzen gezogen, und das Management wurde verändert." Und auch: "Um die außergewöhnlich großen Containerschiffe abzuwickeln, wird die heutige Betriebsorganisation nicht ausreichen."

Eigentlich wollte die HHLA die Metaplan-Ergebnisse unter Verschluss halten. Und auch die Kosten der Analyse. Sie belaufen sich auf rund 2 Millionen Euro. In diesem Fall gut angelegtes Geld.

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