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2. Workshop zu Gegenwart und Zukunft von Schiffsbrennstoffen

Der Verband Deutscher Reeder, die Mineralölverbände AFM+E und FPE mit ihrem Arbeitskreis Bunkeröle und die MARIKO GmbH veranstalteten am 07. und am 08. November 2018 ihren weiteren gemeinsamen Workshop „Alternative Kraftstoffe II“. Im Februar 2018 hatte der erste Workshop stattgefunden. Die Veranstaltung widmete sich den aktuellen Herausforderungen und richtete zudem den Blick in die Zukunft der Brennstoffe.

Über 200 Teilnehmer diskutierten in Hamburg und Leer die Herausforderungen, die mit dem weltweiten Schwefelgrenzwert ab 2020 von 0,50 % einhergehen. „Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, braucht es eine Innovationsoffensive in Forschung und Entwicklung, vor allem bei alternativen Brennstoffen und Antriebssystemen und eine Optimierung der Logistikabläufe an Land. Regierungen weltweit müssen gemeinsam mit der Branche arbeiten und finanzielle Ressourcen für diese technologische Revolution bereitstellen.“ sagt Alfred Hartmann, Präsident des Verbandes Deutscher Reeder.

Im ersten Block zum Bereich Schwefelgrenzwert 2020 wurden die Rechtslage, die Verfügbarkeit und Qualität zukünftiger Brennstoffe thematisiert. Dargestellt wurden die Vielfalt an Bunkerbrennstoffstrategien, die auch durch die Abgasnachbehandlungsanlagen (Scrubber) ermöglicht werden sowie ein von der Bunderegierung gefördertes Forschungsprojekt zur Automatisierung von Brennstoffumstellungsprozessen (FlexiFuel). Deutlich wurde, dass die Herausforderungen ab 2020 für einen umweltfreundlichen und sicheren Schiffsbetrieb eine enge Kooperation der gesamten Logistikkette erfordert.

Im zweiten Block wurden neue Forschungs-und Innovationsprojekte sowie Studienergebnisse vorgestellt, die sich mit CO2-neutralen Schiffsbrennstoffen befassten. Die Potenziale von Gas, Wind und vor allem flüssigen Brennstoffen auf Basis von erneuerbaren Energien stand im Mittelpunkt. Mit der „Prognos-Studie“ zu erneuerbaren flüssigen Brennstoffen haben die Mineralölverbände MWV, MEW, UNITI und das IWO bereits konkrete Zahlen vorgelegt. Deutlich wurde, dass die Schifffahrt ohne weitere Schritte die Ziele der IMO, die CO2-Emissionen bis 2050 um 50 % absolut zu senken, kaum erreichen könne.

Der globale Schwefelgrenzwert ist Fakt und der heutige Workshop hat gezeigt, dass es eine große Palette an Lösungswegen gibt. Die Ölindustrie ist mit den unterschiedlichsten Blends gewappnet und ermöglicht die Regelkonformität aber ein großer Appell geht an die Schiffeigner, die genau darauf achten müssen, wie der zu bunkernde Kraftstoff beschaffen ist und inwieweit er mit dem an Bord befindlichen Rest kompatibel ist. Für künftige CO2-arme Brennstoffe arbeitet die Bunkerindustrie an Konzepten, die gemeinsam mit den Reedereien und der UN-Schifffahrtsorganisation (IMO) diskutiert werden müssen.

Kontakt:
Alexander Klatte (MEW Presse, xynggr@zrj-ireonaq.qr, 030/ 80 950 45 43)
Matthias Plötzke (MEW Kraftstoffpolitik, cybrgmxr@zrj-ireonaq.qr, 030/ 80 950 45 42)

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